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Die drei Säulen der Homöopathie

  • Arzneimittelprüfung (Arzneimittelbild)
  • Ähnlichkeitsprinzip (Simileprinzip)
  • Das individuelle Krankheitsbild (Modalitäten)

 

Die erste Säule der Homöopathie ist die Arzneimittelprüfung (das Arzneimittelbild):

Hahnemann versuchte und prüfte an sich, seinen Angehörigen und später auch an seinen Schülern zahlreiche in der damaligen Medizin verwendeten Wirkstoffe und hielt dabei auftretende Symptome in allen Einzelheiten fest. Die Gesamtheit all dieser Symptome ergibt das für die Homöopathie so wichtige Arzneimittelbild. Dazu einige praktische Beispiele:

Nasenlaufen und Augentränen beim Zwiebelschneiden entspricht exakt dem Symptomenbild eines rinnenden Schnupfens. Der erfahrene Homöopath gibt daher Allium cepa, also eine homöopathische Zubereitung der Küchenzwiebel, bei den ersten Anzeichen eines rinnenden Schnupfens.



Aconitum (Sturmhut, Blauer Eisenhut): Das Arzneimittelbild beschreibt plötzlich allgemeines Krankheitsgefühl, mit Unruhe, Angst bis zum Erbrechen, harter klopfender Puls, Fieberschübe, trockene Hitze, hochrote Haut, Schüttelfrost. Die Homöopathie wendet Aconitum vor allem am Beginn eines Fieberzustandes (z. B. bei einem grippaler Infekt) an, der sich etwa mit den oben beschriebenen Vergiftungserscheinungen deckt. Der Aconitum Fieberpatient (meist Kinder) ist rot, heiß, unruhig. Seine Haut ist trocken, die Schmerzen sind heftig, brennend und plötzlich einsetzend. Es kommt zur Rötung des Rachens, trockenem Mund und starkem Durst. Der Puls ist beschleunigt und ein wenig Angst kann auch auftreten. Nach längstens 2 Stunden muss sich eine Besserung zeigen, sonst ist dieses Mittel nicht angezeigt.

Belladonna: Das zweite wichtige Fiebermittel ist bei jenem Patienten Mittel der Wahl, der auf kaltem Wind oder auf Zugluft Fieber bekommt und stark schwitzt. Der Patient ist rot, heiß, beginnt zu schwitzen. Die Schleimhäute sind trocken, gerötet, leicht angeschwollen. Die Schmerzen treten plötzlich klopfend auf und sind pulsierend. Die Patienten sind überempfindlich auf Licht, Geräusche und Berührung.

 

Die zweite wichtige Säule der Homöopathie ist das Ähnlichkeitsprinzip:

Similia similibus curentur gilt als Aufforderung: Ähnliches möge durch Ähnliches behandelt werden.

Hahnemann schreibt darüber in der Einleitung seines Buches Organon : " Wähle um sanft, schnell, gewiss und dauerhaft zu heilen, in jedem Krankheitsfalle eine Arznei, welche ein ähnliches Leiden (homoion pathos) für sich erregen kann, als sie heilen soll ".

Diese Ähnlichkeitsregel basiert auf dem bildhaften Vergleich zweier Sachverhalte: Symptome des Kranken werden mit Symptomen der Arzneiwirkung am Gesunden verglichen.

Das homöopathische Mittel macht sozusagen die echte Krankheit nach, und, wegen seiner Ähnlichkeit mit der krankmachenden Störung, bekommt es Zugang zu den blockierten oder geschwächten Ordnungskräften, den Abwehrmechanismen des erkrankten Organismus. Es geht darum, dass eine Krankheit mit einem solchen Arzneimittel behandelt wird, das am gesunden Menschen ähnliche Erscheinungen, d.h. ähnliche Symptome hervorruft wie diese. (Vergleiche oben: Allium cepa - rinnender Schnupfen).

Die Homöopathie ist also eine Regulationstherapie mit kleinsten Dosen individuell gewählter Arzneimittel.

Nicht die starke Dosis ist hier wirksam, sondern die kleinste Menge eine Wirkstoffes, die die stärkste Reaktion beim Einzelnen hervorruft. Wird das richtige Simile, also das der Symptomatik entsprechende Arzneimittel gefunden, kann es anfangs zu einer leichten Erstverschlimmerung der Symptomatik kommen.

Die Erstverschlimmerung ist allerdings keine Nebenwirkung, sondern ein Beweis, dass das richtige Simile gefunden wurde, nur die Reaktion darauf ist zu stark. Die Gaben der homöopathischen Arznei müssen nun bis dahin verkleinert werden, dass sie nach der Einnahme keine merkliche Verschlimmerung mehr ergeben (Hahnemann). Eventuell ist hier die Potenz zu erhöhen.

Nach Mittelgabe kann es bei der Behandlung chronischer Erkrankungen zum Beispiel zu grippalen Infekten kommen. Es kann eine verstärkte Aktivität der Schleimhäute entstehen. So ist zum Beispiel Durchfall, Schnupfen, Ausfluss und verstärkte Schweißneigung möglich.

Vor allem Hautausschläge können entstehen. Die Chronologie, bzw. Biographie einer chronischen Erkrankung kann sich nach richtiger Mittelgabe umkehren, das heißt die Krankheitssymptome treten erneut, jedoch in rückwärts gerichteter Reihenfolge, auf. Die Krankheitsaktivität kann sich bei der erfolgreichen Behandlung chronischer Erkrankungen zum gehäuften Auftreten akuter, jedoch oberflächlicherer Erkrankungen verlagern. Von der Lokalität der chronischen Erkrankungssymptome aus gesehen können oberflächlichere, jedoch weniger intensive und belastende Krankheitssymptome auftreten.

Eine Verlagerung der Symptome vom Körperzentrum zur Peripherie kann erfolgen.

 

Die dritte Säule: Das individuelle Krankheitsbild (Modalitäten)

Die praktische Anwendbarkeit dieser Ähnlichkeitsregel verlangt nun aus logischen Gründen die individuelle Symptomatik des Kranken, keinen kollektiven Krankheitsbegriff: Es kann nur das verglichen werden, was mit der Arzneiprüfung in Beziehung gesetzt werden kann.

So werden im "Organon der Heilkunst" die Methoden der Anamnese sehr ausführlich beschrieben, um das individuelle Krankheitsbild zu erfassen und welche Symptome des einzelnen Kranken die Arzneiwahl bestimmen.

Die homöopathische Therapie ist somit auf genaue Individualisierung jedes einzelnen Krankheitsfalles angewiesen. Individualisierung heißt: alle Symptome und Zeichen des Kranken nach den Bedingungen ihres Auftretens erforschen!

Der Homöopath muss, um das richtige Arzneimittel zu finden, sorgfältig die genaue Äthiologie (das auslösende Moment), die Symptomatik und die Modalität durch Fragen herausfinden.

Was muss der Patient leisten ?

Der Patient schildert während der Anamnese in freier, vielleicht ungeordneter aber spontaner Erzählung seine Hauptbeschwerden und seine Krankheitsbiografie. In dieser Phase ist es wichtig, dass der Patient nur das wiedergibt, was er wirklich selbst persönlich empfindet. Er soll keine Meinungen von bisherigen Behandlern und Befunden übernehmen.

Der Patient soll möglichst genau und umfassend seine Beschwerden beschreiben.

Zum Beispiel:
Was ist der Krankheitsauslöser? (Durchnässung, Zugluft, Überhitzung, emotionale Überlastung , Zorn, Traumen, usw.)
Was ist die Krankheitsursache? (Konstitution, Kälteunverträglichkeit, Hitzeunverträglichkeit, Neigung zu Traurigkeit, cholerisches Temperament., erbliche Belastung)
Was sind die Krankheitssymptome?
Wann treten die Symptome auf, tritt Verbesserung oder Verschlechterung ein?
Wie sind die Hauptbeschwerden?

Das kann zum Beispiel sein:

Bei Tonsillitis Halsschmerzen mit Gliederschmerzen, aber auch Gliederschmerzen bei Halsschmerzen
Wie ist das individuelle Krankheitsbild? Was sind die Begleitbeschwerden?

Zum Beispiel:
Extremes Frösteln bei Halsschmerzen
Extremes Frösteln bei Magenschmerzen
Extremes Frösteln bei Migräne

Wie ist das Verhalten des Patienten?


Besteht Reizbarkeit, Besorgtheit, Traurigkeit, Abneigung gegen Gesellschaft, Redseligkeit, Verschlossenheit, Launenhaftigkeit, Unzufriedenheit ?
Wie ist die Qualität des Schmerzes, wie ist die Quantität des Schmerzes?
Wohin strahlen sie aus?
Wo sind die Schmerzen?
Wie sind die Schmerzen?
Wodurch werden sie besser?
Wodurch werden sie schlechter?
In welchen Lebensumständen befand sich der Patient beim Auftreten der ersten Beschwerden?
In welchen Lebensumständen befindet sich der Patient zum Zeitpunkt der Anamnese?
Gingen belastende Situationen dem Erkrankungsbeginn voraus?

Der Patient soll die Quantität und die Qualität des Schmerzes beschreiben. Der Schmerz soll greifbar, fühlbar werden, er soll plastisch und genau vorstellbar werden.

Der Patient soll verstehen, dass alle Fragen des Homöopathen wichtig sind. Der Patienten soll alle Fragen des homöopathischen Arztes unvoreingenommen und vertrauensvoll zulassen.

All diese Modalitäten geben nähere Auskunft, um das richtige Simile zu finden.

Homöopathische Arzneimittel sind nicht harmlos !

Die unkontrollierte Einnahme kann sehr wohl zu Nebeneffekten führen, die Beschwerden, die man bekämpfen will, treten erst recht auf. Daher soll man homöopathische Mittel nach einer Besserung nicht endlos weiternehmen, sondern nach Rücksprache absetzen.

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